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Hajj & Umra

Hajj & Umra

Informationen zur Pilgerfahrt nach Mekka sowie zu den Gruppenreisen unserer Gemeinde.

Aus dem Quran · Sure Āl ʿImrān (Die Sippe Imrans) · Vers 97

فِيهِ ءَايَٰتٌۢ بَيِّنَٰتٌۭ مَّقَامُ إِبْرَٰهِيمَ ۖ وَمَن دَخَلَهُۥ كَانَ ءَامِنًۭا ۗ وَلِلَّهِ عَلَى ٱلنَّاسِ حِجُّ ٱلْبَيْتِ مَنِ ٱسْتَطَاعَ إِلَيْهِ سَبِيلًۭا ۚ وَمَن كَفَرَ فَإِنَّ ٱللَّهَ غَنِىٌّ عَنِ ٱلْعَٰلَمِينَ

Darin sind klare Zeichen - der Standort Ibrahims. Und wer es betritt, ist sicher. Und die Menschen sind Allah gegenüber zur Pilgerfahrt zum Haus verpflichtet, wer dazu die Möglichkeit hat. Und wer ungläubig ist, so ist Allah der Weltenbewohner nicht bedürftig.

(Die Reise)

Sieben Stationen

Die Hajj ist kein Ort, sondern eine Route. Sie führt von einer unsichtbaren Grenze rund um Mekka über einen Steinwürfel, zwei Hügel und ein Zeltlager bis auf eine staubige Ebene — und endet, für fast jede Gruppe, in einer stillen Stadt weiter im Norden. Hier ist diese Route, Station für Station.

Scrollen, um der Route zu folgen

Pilger gehen einen staubigen Bergpfad oberhalb von Mekka, die Stadt liegt im Tal darunter.
Foto: Pexels

Mīqāt — die Grenze des Weihezustands

الميقات

Die Schwelle

Um Mekka herum verläuft eine unsichtbare Grenze, die niemand in Alltagskleidung überschreitet. Hier wird gewaschen, hier legen die Männer zwei ungenähte weiße Tücher an, hier wird die Absicht gefasst. Wer durch diese Linie geht, hat keinen Beruf mehr, kein Herkunftsland und kein Vermögen — von außen ist ein Arzt aus Geislingen von einem Bauern aus Indonesien nicht mehr zu unterscheiden.

لَبَّيْكَ اللَّهُمَّ لَبَّيْكَ

„Hier bin ich, o Allah, hier bin ich.“

Talbiya — ab hier bis zum Ende der Riten gerufen

Die Kaaba von oben, dicht umringt von Zehntausenden Pilgern im Innenhof der Heiligen Moschee.

al-Masjid al-Ḥarām — die Heilige Moschee

المسجد الحرام

Der erste Blick

Man kommt durch ein Tor, der Hof öffnet sich, und dann steht sie einfach da. Ein Würfel aus Stein, fünfzehn Meter hoch, in schwarze Seide gehüllt — kleiner, als die meisten es erwartet haben. Fünfmal am Tag hat man sich ein Leben lang in diese Richtung gestellt, ohne sie je gesehen zu haben. Viele bleiben an dieser Stelle stehen und bringen kein Wort heraus.

Langzeitbelichtung der nächtlichen Tawaf: die Pilgermenge verschwimmt zu einem einzigen Ring aus Bewegung um die Kaaba.
Foto: Pexels

Ṭawāf — die Umrundung

الطواف

Sieben Umrundungen

Siebenmal gegen den Uhrzeigersinn, begonnen und beendet an der Ecke des Schwarzen Steins. Der Ring steht nie still — nicht nachts um drei, nicht im Ramadan, nicht seit Jahrhunderten. Eine Langzeitbelichtung zeigt, was das bloße Auge im Gedränge nicht sieht: keine Menschenmenge, sondern eine einzige, geschlossene Kreisbewegung, in der der eigene Schritt vollkommen aufgeht.

Pilger in weißem Ihram füllen die lange Marmorgalerie zwischen den Hügeln Safa und Marwa.
Foto: Unsplash

aṣ-Ṣafā wa-l-Marwa — zwischen den Hügeln

الصفا والمروة

Der Lauf der Hājar

Siebenmal zwischen zwei Hügeln hin und her, die heute in einer klimatisierten Marmorgalerie liegen. Wiederholt wird der Weg einer einzelnen Frau: Hājar, allein im Tal zurückgelassen, lief zwischen diesen beiden Anhöhen und suchte Wasser für ihren verdurstenden Sohn. Sie fand es nicht — es kam von selbst, dort wo das Kind lag. Der Zamzam-Brunnen schüttet an dieser Stelle bis heute.

إِنَّ الصَّفَا وَالْمَرْوَةَ مِن شَعَائِرِ اللَّهِ

„Gewiss, aṣ-Ṣafā und al-Marwa gehören zu den Kultzeichen Allahs.“

Sure al-Baqara 2:158

Pilgerströme auf den breiten Straßen zwischen Mekka, Mina und Muzdalifa, im Hintergrund die Berge.
Foto: Pexels

Minā & Muzdalifa — 8. und 10. Dhul-Hijjah

منى ومزدلفة

Die Zeltstadt

Am 8. Dhul-Hijjah verlässt die Hajj die Stadt. Ein Tal, vier Kilometer lang, füllt sich mit Hunderttausenden weißen Zelten und wird für drei Tage zu einer der größten Städte Saudi-Arabiens — mit Straßen, Nummern und Feuerwehr. Nach Arafat folgt die Nacht in Muzdalifa: kein Zelt, kein Bett, nur der offene Himmel und die Steinchen, die man dort für den nächsten Tag aufliest.

Pilger in weißem Ihram bedecken in der Abenddämmerung den Felshügel Jabal ar-Rahma in der Ebene von Arafat.
Foto: Unsplash

ʿArafāt — 9. Dhul-Hijjah, Mittag bis Sonnenuntergang

عرفات

Das Stehen

Dies ist der Pfeiler, ohne den die Hajj nicht stattgefunden hat. Es gibt hier nichts zu vollziehen — keine Umrundung, keinen Lauf, keine festgelegte Formel. Man steht auf einer staubigen Ebene, von Mittag bis Sonnenuntergang, und bittet. Auf genau diesem Hügel hielt der Prophet ﷺ seine Abschiedspredigt, in der er die Gleichheit aller Menschen und die Unantastbarkeit von Leben und Eigentum festhielt.

الْحَجُّ عَرَفَةُ

„Die Hajj ist Arafat.“

Hadith, überliefert bei at-Tirmidhī

Die Prophetenmoschee in Medina in der Abenddämmerung, die beleuchteten Minarette vor violettem Himmel.

al-Madīna — die Prophetenmoschee

المدينة المنورة

Der stille Abschluss

Medina gehört nicht zur Hajj. Kein Ritus verlangt sie, keine Bedingung hängt an ihr — und trotzdem fährt kaum eine Gruppe nach Hause, ohne hier gewesen zu sein. Nach den Menschenmassen von Mina und Arafat ist dieser letzte Ort der leiseste: eine Moschee mit grüner Kuppel, in der der Prophet ﷺ begraben liegt, und ein paar ruhige Tage, bevor es zurück nach Deutschland geht.

(Rückkehr)

Man kommt alsjemand anderes zurück,als man losgefahren ist.

Was die Hajj verlangt, wie sie abläuft und wann unsere Gemeinde das nächste Mal gemeinsam fährt — alles Praktische steht unten.

Was ist die Hajj?

Die Hajj ist die Pilgerfahrt nach Mekka und eine der fünf Säulen des Islam. Sie findet einmal jährlich im Monat Dhul-Hijjah statt und ist für jeden volljährigen, geistig und körperlich gesunden Muslim einmal im Leben verpflichtend – vorausgesetzt, er ist dazu in der Lage.

Voraussetzungen für die Hajj

  • Muslimisch, volljährig und bei klarem Verstand sein
  • Finanziell in der Lage sein (Reise, Unterkunft, Versorgung der Familie zuhause)
  • Körperlich gesund genug für die Strapazen der Reise sein
  • Der Reiseweg muss sicher sein
  • Frauen reisen in Begleitung eines Mahram bzw. einer Gruppe

Die Hajj zur Zeit des Propheten ﷺ

Die Wurzeln der Hajj reichen zurück zu Ibrahim (as) und seinem Sohn Ismail (as), die auf Allahs Geheiß die Kaaba errichteten. Über die Jahrhunderte vermischten sich die ursprünglichen Riten mit Praktiken des vorislamischen Götzendienstes. Der Prophet Muhammad ﷺ vollzog die Hajj in seinem Leben nur einmal, im Jahr 10 nach der Hidschra – bekannt als die "Hajjat al-Wada'" (Abschiedspilgerfahrt) – gemeinsam mit über hunderttausend Gefährten. Dabei reinigte er die Riten von allen götzendienerischen Zusätzen und zeigte den Gefährten genau vor, wie die Hajj durchzuführen ist, mit den Worten: "Nehmt von mir eure Riten an." Auf dem Berg Arafat hielt er zudem seine berühmte Abschiedspredigt, in der er die Gleichheit aller Menschen, die Rechte der Frauen sowie die Unantastbarkeit von Leben und Eigentum betonte. Die heute praktizierten Riten der Hajj gehen unmittelbar auf diese eine Pilgerfahrt des Propheten ﷺ zurück.

Wie die Hajj heute durchgeführt wird

  1. 1

    Ihram & Niyyah

    An der Miqat-Grenze wird der Weihezustand (Ihram) eingenommen: rituelle Waschung, für Männer zwei ungenähte weiße Tücher, und die Absicht (Niyyah) zur Hajj wird gefasst.

  2. 2

    Tawaf & Sa'i (Umra-Riten)

    Bei der heute verbreiteten Hajj at-Tamattu wird zunächst die Umra vollzogen: siebenmaliges Umrunden der Kaaba (Tawaf) und siebenmaliges Gehen zwischen Safa und Marwa (Sa'i).

  3. 3

    8. Dhul-Hijjah – Aufbruch nach Mina

    Am "Tag der Wässerung" (Yawm at-Tarwiyah) legen die Pilger erneut den Ihram für die Hajj an und ziehen nach Mina, wo sie den Tag verbringen.

  4. 4

    9. Dhul-Hijjah – Tag von Arafat (Wuquf)

    Das Verweilen auf der Ebene von Arafat vom Mittag bis zum Sonnenuntergang ist der zentrale Pfeiler der Hajj – Zeit für Bittgebet (Dua) und Reue.

  5. 5

    Muzdalifah

    Nach Sonnenuntergang reisen die Pilger nach Muzdalifah, verbringen dort die Nacht unter freiem Himmel und sammeln Steinchen für die Steinigung.

  6. 6

    10. Dhul-Hijjah (Eid al-Adha)

    In Mina wird die große Säule (Jamarat al-Aqaba) gesteinigt, das Opfertier (Qurbani) dargebracht und Kopfhaar geschnitten oder rasiert (Halq/Taqsir) – damit endet der Weihezustand teilweise.

  7. 7

    Tawaf al-Ifadah & Sa'i

    Die eigentliche Pflicht-Tawaf der Hajj rund um die Kaaba, meist verbunden mit einem weiteren Sa'i; danach ist der Ihram vollständig beendet.

  8. 8

    Ayyam at-Tashreeq (11.–13. Dhul-Hijjah)

    An den Tagen von Mina werden täglich alle drei Steinsäulen (Jamarat) gesteinigt; viele Pilger reisen nach zwei Tagen bereits ab.

  9. 9

    Tawaf al-Wada (Abschieds-Tawaf)

    Vor der Abreise aus Mekka wird ein letzter Tawaf um die Kaaba vollzogen, um sich von der Heiligen Moschee zu verabschieden.

Unsere Hajj-Reise

Organisiert von DITIB

Unsere Gemeinde organisiert in Zusammenarbeit mit DITIB eine gemeinsame Hajj-Reise. Die Gruppe wird während der gesamten Reise von erfahrenen Begleitern betreut, sodass alle Abläufe gemeinsam und in vertrauter Gemeinschaft erlebt werden können.

BegleitungDie Reise wird von einem Imam sowie erfahrenen, DITIB-geschulten Reisebegleitern geleitet, die die Gruppe während aller Riten religiös anleiten und organisatorisch unterstützen.

Reiseverlauf

Tag 1

Abreise & Ankunft

Flug von Deutschland nach Medina, Transfer zum Hotel.

Tag 2–4

Aufenthalt in Medina

Besuche der Prophetenmoschee (Masjid an-Nabawi), der Rawdah, der Quba-Moschee und Uhud.

Tag 5

Weiterreise nach Mekka & Umra

Anlegen des Ihram an der Miqat, Ankunft in Mekka, Tawaf und Sa'i für die Umra.

Tag 6

8. Dhul-Hijjah – Mina

Erneutes Anlegen des Ihram für die Hajj, Aufbruch und Aufenthalt in Mina.

Tag 7

9. Dhul-Hijjah – Arafat & Muzdalifah

Wuquf auf der Ebene von Arafat, danach Übernachtung in Muzdalifah.

Tag 8

10. Dhul-Hijjah – Eid al-Adha

Steinigung, Opfergabe (Qurbani), Haarschnitt und Tawaf al-Ifadah.

Tag 9–10

Tashreeq-Tage in Mina

Tägliche Steinigung aller drei Jamarat.

Tag 11

Tawaf al-Wada

Abschieds-Tawaf in Mekka und Vorbereitung der Rückreise.

Tag 12

Rückreise

Rückflug nach Deutschland.

Interesse an der Teilnahme?

Sie können sich über unsere Kontaktdaten oder persönlich in der Moschee nach der Teilnahme erkundigen.

Jetzt Kontakt aufnehmen

Was ist die Umra?

Die Umra ist die "kleine Pilgerfahrt" nach Mekka. Anders als die Hajj ist sie nicht verpflichtend und kann – mit Ausnahme einiger weniger Tage im Jahr – jederzeit durchgeführt werden. Viele Muslime nutzen besonders den Monat Ramadan für eine Umra-Reise.

Die Umra zur Zeit des Propheten ﷺ

Der Prophet Muhammad ﷺ vollzog in seinem Leben insgesamt vier Umras, stets im Monat Dhul-Qa'da. Die bekannteste ist die "Umrat al-Qada'" im Jahr 7 nach der Hidschra: Ein Jahr zuvor war ihm und seinen Gefährten der Zutritt nach Mekka durch die Quraisch verwehrt worden, was zum Vertrag von Hudaybiyya führte. Gemäß diesem Vertrag konnte der Prophet ﷺ im Folgejahr die Umra friedlich nachholen. Die Umra ist damit sowohl in ihren Riten als auch als Sunnah unmittelbar durch das Vorbild des Propheten ﷺ überliefert.

Wie die Umra heute durchgeführt wird

  1. 1

    Ihram & Niyyah

    An der Miqat-Grenze wird der Weihezustand eingenommen und die Absicht (Niyyah) zur Umra gefasst.

  2. 2

    Tawaf

    Siebenmaliges Umrunden der Kaaba gegen den Uhrzeigersinn, beginnend und endend an der Ecke des Schwarzen Steins.

  3. 3

    Sa'i

    Siebenmaliges Gehen zwischen den Hügeln Safa und Marwa in Erinnerung an Hajar.

  4. 4

    Halq / Taqsir

    Rasieren oder Kürzen der Haare beendet den Weihezustand – die Umra ist damit vollständig abgeschlossen.

Unsere Umra-Reise

Aktuell gibt es kein Umra-Reiseangebot. Bitte kontaktieren Sie uns, wenn Sie über zukünftige Reisen informiert werden möchten.